20:00:31ModeratorGuten Abend Herr Dr. Skrodzki, wir freuen uns, Sie heute als Experten zum Thema Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) begrüßen zu dürfen. Mögen Sie sich zu Beginn kurz vorstellen?
20:02:16Dr_SkrodzkiGern. Ich bin Kinder- und Jugendarzt, seit 25 Jahren in eigener Praxis und beschäftige mich seit 30 Jahren mit ADHS.
20:02:35ModeratorVielen Dank. Dann reiche ich jetzt die erste Frage durch.
20:02:38ModeratorFrage von Romina_: Wir leben hier auf dem Lande in einem kleinen Dorf, mein Sohn (ADHS, 10) hat keine Freunde. Jungs in seinem Alter gibt es nur zwei, sonst zu 80% Mädchen und er findet einfach keinen Anschluss. Er ist, was mir immer wieder bestätigt wird, eigentlich sehr sozial beim Spielen und auch sehr rücksichtsvoll. Aber er hat seinen Stempel drauf, dass er seit August 2006 Ritalin bekommt und dass er sich sehr gewandelt hat, nehmen die anderen Kinder nicht zur Kenntnis. Wie kann ich ihm helfen?
20:03:45Dr_SkrodzkiVersuchen sie ihn in eine Kleingruppe (z.B. Sportgruppe) unterzubringen, oder eine Psychomotorikgruppe, vielleicht findet er dort Anschluss.
20:03:52ModeratorFrage von -Kerstin-: Ich möchte mich in der nächsten Woche mit einer Kinder- und Jugendpsychologin in Verbindung setzen, von der ich gehört habe, dass sie auf ADHS testen kann. Bevor ich aber dort anrufe, wüsste ich gern, ob es sinnvoll ist, meine beiden Kinder gleichzeitig parallel auf ADHS testen zu lassen oder besser nicht?
20:04:40Dr_SkrodzkiSicher ist es einfacher, erst ein Kind – das mit den größeren Problemen - untersuchen zu lassen. Diagnostik braucht Zeit!
20:04:57ModeratorFrage von Terena: Unser Sohn hat z.Zt. Schulprobleme und Angstzustände, Tests ergaben, dass er aufgrund unserer gespannten Familiensituation (wir leben seit kurzem getrennt) eine reaktive ADHS entwickelt hätte. Das würde aber wieder vergehen? Behandelt wird er nicht. Ich bin unsicher, ob ich abwarten oder eine zweite Meinung einholen soll, was würden Sie mir raten?
20:06:25Dr_SkrodzkiErst wenn die Störung länger als ein halbes Jahr anhält und sich in verschiedenen Umfeldern (zuhause und in der Schule) zeigt, kann man von ADHS sprechen. Reaktive Störungen brauchen eher Familienberatung und eventuell Verhaltenstherapie.
20:06:31ModeratorFrage von Betina: Ich bin 38 Jahre alt und nehme seit einem Klinikaufenthalt vor drei Jahren Ritalin. Jetzt schreibt mir meine Krankenkasse, das Mittel wäre für Erwachsene nicht zugelassen und könne nicht mehr bezahlt werden. Da sich mein Arzt wenig auskennt und sich nur nach den Angaben aus der Klinik gerichtet hat, würde ich gerne wissen, ob es andere Medikamente gibt, die für Personen über 18 mit ADHS zugelassen sind.
20:08:05Dr_SkrodzkiMethylphenidat (Ritalin) ist nur bis 18 Jahren zugelassen. Möglich ist eine Kostenübernahme nur auf Antrag als "individueller Heilversuch". Andere Medikamente wie Reboxetin können manchmal auch helfen. Evtl. einen Spezialisten aufsuchen!
20:08:17ModeratorFrage von Bertram: Mein Sohn ist 9 Jahre alt. Er ist 142 cm groß und wiegt nur 28,2 kg. Obwohl er gewachsen ist, blieb sein Gewicht konstant, bei normalem Appetit. Mein Sohn hat ADS (ohne Hyperaktivität), welches seit über einem Jahr mit Medikinet behandelt wird. Hinzu kamen die Teilleistungsstörungen Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) und Dyskalkulie. Mit gezielten Fördermaßnahmen durch die Schule und durch uns ist bereits die Dyskalkulie nahezu nicht mehr vorhanden. Sorge bereitet uns sein Gewicht. Was können wir machen?
20:09:27Dr_SkrodzkiDas Gewicht sollte sie nicht beunruhigen, wenn er ansonsten gesund ist, stellt das kein Problem dar - aber in den Ferien mal einen Auslassversuch machen und sehen, ob er dann mehr isst und etwas Gewicht zulegt.
20:09:36ModeratorFrage von Ilva: Meine Stieftochter lebt seit der Trennung ihrer Eltern vor acht Jahren bei der Mutter. Die Kleine war damals noch kein Jahr alt (ca. 10 Monate). Sie war immer eine Träumerin, aber jetzt in der 3. Klasse fällt es ihr zunehmend schwer, sich zu konzentrieren. Wie können wir alle ihr helfen? Ihre Mutter ist hilflos, aber ich weiß auch nicht, ich ob sie mit dem Kind (oder uns alle) mal zu einem Psychologen schicken soll?
20:10:55Dr_SkrodzkiDas Mädchen sollte beim Kinder- und Jugendarzt vorgestellt werden, der die entsprechende Diagnostik einleitet. Ob es sich dabei um ADHS handelt, kann nur mit sorgfältiger Diagnostik festgestellt werden.
20:11:05ModeratorFrage von engelwuerm: Mein Sohn (fast sechs Jahre alt) wird jetzt bei einer Ärztin für Jugendpsychiatrie auf ADHS getestet. Wie sehr kann man sich darauf verlassen, dass das Ergebnis korrekt ist?
20:12:18Dr_SkrodzkiWenn die Diagnostik umfassend ist, ein Kinderarzt mit einbezogen wird und neben den Eltern Informationen aus dem Umfeld eingeholt werden, spricht alles für eine zuverlässige Diagnose.
20:12:26ModeratorFrage von erdenkind: Guten Abend Dr. Skrodzki, meine Tochter (13) hat ADHS. Ich habe das Borderline-Syndrom, gibt es da einen Zusammenhang? Oder kann es sein, dass sich Borderline in der Kindheit als ADHS bemerkbar macht?
20:13:15Dr_SkrodzkiJa, wir glauben, dass häufig Erwachsene mit Borderline als Kinder ADHS hatten, aber meist nicht diagnostiziert und behandelt wurden.
20:13:24ModeratorFrage von anina: Woran erkennt man ADHS bei Kleinkindern, so etwa im Alter von drei Jahren?
20:14:21Dr_SkrodzkiEs gibt im Alter von drei Jahren keine sichere Diagnose, wohl aber den Verdacht auf ADHS, wenn eine Fülle von Problemen auftreten. Besprechen Sie das bitte mit dem Kinderarzt!
20:14:28ModeratorFrage von sonne7609: Welche Diagnostik muss gemacht werden, um ADHS sicher festzustellen?
20:15:39Dr_SkrodzkiSorgfältige Erhebung der Vorgeschichte, Familiengeschichte, körperliche Untersuchung, eventuell Fragebögen, Informationen aus dem Umfeld. Unter Umständen zusätzlich weitere Untersuchungen wie Testung, u.a.
20:15:47ModeratorFrage von Kisi: Die Frage bei auf ADHS diagnostizierten Kindern ist doch : Ritalin ja oder nein? Gibt es eine Chance, die Kinder mit viel Geduld und Sport und Beschäftigung zu therapieren?
20:16:58Dr_SkrodzkiWenn ADHS besteht, reichen Geduld und Sport nicht aus. Medikamentöse Maßnahmen sind nötig wenn die Störung stark ist und erhebliche Auswirkungen hat.
20:17:05ModeratorFrage von pklaas: Kann die Pubertät Einfluss auf die Dosierung von Medikinet haben? Ich habe Probleme seit einem 1/2 Jahr mit meiner 14jährigen Tochter! Sie nimmt Medikinet Retard 20mg (1x Morgens+1x Mittags)seit ca. 1 1/2 Jahren.
20:17:57Dr_SkrodzkiIn der Pubertät verschärfen sich die Probleme oft. Manchmal muss die Dosis dann erhöht werden. Oft geht es nach der Pubertät wieder mit weniger Medikamenten.
20:18:11ModeratorFrage von Susanne12: Bei meinem Neffen (12) wurde jahrelang (vier Jahre) auf ADHS getippt und behandelt. Meine Schwägerin war immer der Meinung, er hätte kein ADHS und ich denke eigentlich auch, dass er nur verzogen ist. Nun hat ihr ein Test auf LRS rechtgegeben und sie ist der Meinung, dass ihr Sohn deshalb ein erhöhtes Aufmerksamkeitsdefizit hat. Kann das sein? Für mich klingt es doch irgendwie nach Ausrede.
20:19:01Dr_SkrodzkiLRS und ADHS treten ganz häufig gemeinsam auf und müssen beide behandelt werden.
20:19:12ModeratorFrage von Claudi_35: Mein Sohn hat in einigen Tagen den ADHS-Test. Merkt der Kinderpsychologe, ob mein Sohn ihn "verscheißert"? Habe die Erfahrung gemacht, dass er das mit unserem Erziehungsberater macht und der merkt das nicht... und jetzt habe ich eben Angst, dass das Verhalten meines Sohnes die Diagnose verfälscht oder erschwert.
20:20:16Dr_SkrodzkiDie Diagnose besteht aus mehr Informationen als nur aus einem Gespräch - Schulhefte, Zeugnisse, Informationen von Lehrern und anderen Betreuern kann der Sohn nicht dauernd manipulieren.
20:20:31ModeratorFrage von speedy23: Bei meinem Sohn (8 Jahre) wurden ein Rolandi-Fokus und ADHS diagnostiziert, eine zusätzliche Kernspin-Diagnostik hat keine "Veränderungen" festgestellt, nun steht die Frage im Raum, Medikamente ja oder nein (er hatte noch nie "Anfälle").
20:21:20Dr_SkrodzkiEin Rolandi-Focus ist kein Hindernis für eine medikamentöse Behandlung bei ADHS. Nur sollte das EEG dann auch kontrolliert werden.
20:21:34ModeratorFrage von Susanne12: Wie kann man ADS und Hyperaktivität unterscheiden?
20:22:44Dr_SkrodzkiDie Störung heißt ADHS, d.h. Aufmerksamkeitsstörung, Impulsivität und Hyperaktivität. Wenn nur die Hyperaktivität fehlt, sonst aber alle Probleme vorhanden sind, spricht man von ADS.
20:22:53ModeratorFrage von engelwuerm: Unser Sohn redet dauernd vom Essen und wenn man ihn lässt, wie er will, dann isst er, bis er alles wieder erbricht. Außerdem ist er ausgesprochen häufig sehr wütend, aus den geringsten Anlässen und er hat auch ein Wachstumsproblem. Er ist kleinwüchsig und wird seit Mai 2006 mit Wachsturmshormonen jeden Abend gespritzt. Kann das alles etwas mit ADHS zu tun haben?
20:23:59Dr_SkrodzkiKlingt eher nicht nach ADHS, sondern nach einer Essstörung, da sollte aber genau mit dem Endokrinologen besprochen werden, ob die Therapie mit STH (Wachstumshormonen) damit etwas zu tun hat.
20:24:09ModeratorFrage von Geyer: Unser 16-jähriger Sohn hat ADHS und wiederholt jetzt die 9. Klasse der Realschule. Er verweigert das Lernen. Wir können ihn nicht dazu motivieren. Was kann man da tun?
20:25:22Dr_SkrodzkiWenn möglich eine medikamentöse Therapie und Verhaltenstherapie, aber mit 16 Jahren haben sie schlechte Chancen. Möglichst jemanden anderen mit ihm reden lassen.
20:25:35ModeratorFrage von sonne7609: Meine Tochter wird zur Zeit bei einer Kinder- und Jugendpsychologin auf ADHS getestet. Angeblich wäre es ein Kaufmann-Intelligenztest. Ist dieser Test alleinig aussagefähig zur Diagnostik?
20:26:18Dr_SkrodzkiDer KABC (Kaufmann) ist ein reiner Intelligenztest. Er sagt über ADHS gar nichts aus.
20:26:26ModeratorFrage von jupiter68: Mein Sohn (6 Jahre) wurde von der Kinderärztin und vom Sozialpädiatrischen Zentrum auf ADHS getestet. Seit gut einem halben Jahr nimmt er Ritalin und Concerta und wir stellen ihn gerade um auf Strattera. Er bekommt Ergotherapie, weil er eine Feinmotorikstörung hat. Jetzt habe ich von einem Verhaltenstraining gelesen. Wie sieht das aus?
20:27:13Dr_SkrodzkiWas sie bis jetzt tun, ist ausreichend. Verhaltenstraining mit 6 Jahre ist meist ineffektiv.
20:27:21ModeratorFrage von tina12: was ist der unterschied von POS und ADS?
20:27:45Dr_SkrodzkiPOS ist der schweizer Name von ADHS.
20:27:53ModeratorFrage von Pookey: Hallo, mein Sohn hat seit seinem 5. Lebensjahr Ritalin bekommen, ab dem 7. Ritalin SR und wurde im Alter von 11 Jahren auf Medikinet umgestellt, vor kurzem wurde bei ihm, jetzt 13 Jahre alt, auch dieses abgesetzt, da laut Arzt bei „Mischlingskindern“ (Vater Afroamerikaner) aus genetischen Gründen die Inhaltsstoffe nicht wirken würden...wie glaubhaft ist diese Aussage und warum wurde das nicht schon früher festgestellt ?
20:28:48Dr_SkrodzkiDas ist - Verzeihung - Unsinn! MPH (Medikinet) wirkt bei Weißen, Schwarzen und ist unabhängig von Rasse, Hautfarbe und Geschlecht!
20:29:08ModeratorFrage von Wichtel: Sie sprechen über eine sorgfältige Diagnostik, wie sieht diese im einzelnen aus? Wir haben die Erfahrung gemacht, dass nur nach unserer Schilderung des Verhaltens sofort die Ritalin-Gabe empfohlen wurde. Das haben wir vorerst abgelehnt.
20:30:32Dr_SkrodzkiZur Schilderung der Verhaltens gehören Informationen über die Situation in anderen Lebensbereichen und zumindest eine sorgfältige körperlich-neurologische Untersuchung. Ob weitere Untersuchungen nötig sind, ist dann im Einzelfall zu entscheiden.
20:30:41ModeratorFrage von Bertram: Ist ADHS, die verbunden ist mit den Teilleistungsschwächen LRS oder Dyskalkulie, vererbbar?
20:31:54Dr_SkrodzkiADHS ist zu 80% genetisch, auch bei LRS oder Dyskalkulie gibt es eine genetische Komponente, die aber deutlich kleiner ist. Vererbbar heißt aber nicht, dass jeder alles kriegen muss.
20:32:00ModeratorFrage von Anne43: Mein Sohn war von Geburt an ein Schreikind, sehr schwierig und verhaltensauffällig. Wir wurden von Arzt zu Arzt und von Therapie zu Therapie durchgereicht. Erst vor zwei Jahren mit 13 wurde bei meinem Sohn ADHS festgestellt. Jetzt lese ich immer, dass man begleitend zu Medikinet auch eine Psychotherapie machen soll. Da er aber schon bei so vielen Ärzten war, lehnt er das total ab. Was raten Sie?
20:33:31Dr_SkrodzkiEine Psychologische Begleittherapie ist nicht immer nötig, aber Beratung, wie man im Alltag miteinander umgehen soll, evtl. eine Gruppe, in der man Sozialverhalten erlernen kann: Pfadfinder, freiwillige Feuerweht o.ä.
20:33:39ModeratorFrage von sonne7609: Was halten Sie von dem homöopathischen Mittel "Zappelin"?
20:33:46Dr_SkrodzkiNichts.
20:33:54ModeratorFrage von Burli: Mein Sohn ist 4 Jahre. Die Kinderärztin hat einen Verdacht auf ADHS geäußert. Er spricht sehr schlecht, teils unverständlich. Die Logopädin sagt, bei ihm liege es daran, dass er zu unkonzentriert, einfach nicht bei der Sache ist. Ist das auch ein ADHS-Symptom?
20:35:04Dr_SkrodzkiSprachentwicklungsstörungen können bei ADHS auftreten. Aber in diesem Alter ist erst Sprachtherapie und eine möglichst strukturierte Umgebung und ein entsprechender Tagesablauf nötig.
20:35:16ModeratorFrage von allegra: Die Erledigung der Hausaufgaben ist zwischen meinem Sohn (7) und mir ein täglicher Kampf. Der betreuende Kinderpsychologe empfahl einen Punkteplan, mit dem er sich wahlweise Fernsehzeit oder Süßigkeiten erarbeiten muss. Seitdem sind wir seit Wochen (!) fernsehfreie Zone, aber in der Hausaufgabenfrage nicht weiter. Wenn ich nicht die ganze Zeit neben ihm sitze, schafft er alleine nichts und selbst unter meiner Anleitung dauert es oft Stunden. Wie erreiche ich, dass er auch mal selbständig arbeitet?
20:36:26Dr_SkrodzkiIn dem Alter erreichen sie selbständiges Arbeiten überhaupt nicht, sondern sie können nur stufenweise die Zeiten, wo sie ihn alleine arbeiten lassen langsam(!) vergrößern.
20:36:39ModeratorFrage von Susanne12: Wenn LRS und ADHS oft gemeinsam auftreten, sollte man also dennoch immer noch einmal auf ADHS untersuchen lassen? Für den Kinder- und Jugendpsychologen war das Thema ADHS erledigt, nachdem LRS festgestellt wurde.
20:37:25Dr_SkrodzkiWenn andere Zeichen - Unkonzentriertheit, Impulsivität, mangelnde Ausdauer - vorhanden sind, sollte auch an ADHS gedacht werden.
20:37:35ModeratorFrage von benda: Bei meinem Sohn liegen Hochbegabung und der Verdacht auf ADHS vor. Der Verdacht auf ADHS wurde erst vor ca. drei Wochen festgestellt. Der neurologische Befund steht noch aus. Bevor wir von ADHS erfuhren, habe ich bereits mit dem homöopathischen Zappelin angefangen. Wenn tatsächlich ADHS vorliegt, kann dann auch Zappelin wirken? Denn ich habe gehört, dass bei richtigem ADHS Ritalin und dergleichen verschrieben werden!
20:39:14Dr_SkrodzkiWenn sie tatsächlich über eine längere Zeit (>3 Monate) mit Zappelin Erfolg hatten, liegt sicher kein ADHS vor. Wenn das Verhalten ADHS-typisch ist, muss meist MPH (Medikinet o.ä.) gegeben werden.
20:39:25ModeratorFrage von ads-vater: Situation: Die Behandlung unseres Sohnes (10 J.) seit 4 Monaten mit Ritalin hat ihn wieder zu sehr guten Leistungen in der Schule zurückgeführt. Nun steht der Übergang zur weiterführenden Schule an. Als Eltern sind wir unsicher, auch wenn die Noten für das Gymnasium reichen, ihn dort hin gehen zu lassen. Frage: Wie steht es mit der psychischen Belastbarkeit in seinem Fall für die Zukunft aus, und, auf Jahre betrachtet, bis hin ins Erwachsenenalter, stellt dies etwa besondere Anforderungen an die Therapie?
20:40:45Dr_SkrodzkiWenn seine Leistungen für das Gymnasium ausreichen, sollte er dorthin gehen. Arbeit wird es in jedem Fall, aber die Behandlung mit MPH (Ritalin) soll ihm eine begabungsentsprechende Ausbildung erlauben!
20:40:59ModeratorFrage von Crazy3: Bei unserem Sohn, 6 Jahre, wurde letzte Woche ADHS und überdurchschnittliche Intelligenz diagnostiziert. Er wird im Sommer eingeschult. Was können wir vorbeugend unternehmen, um der Negativ-Spirale zu entkommen?
20:42:24Dr_SkrodzkiGute stabile häusliche Betreuung, Unterstützung, Absprache mit dem behandelnden Arzt, welche zusätzlichen Maßnahmen nötig und sinnvoll sind. Optimistisch sein - Hochbegabte haben ein großes Potential und ADHS-ler sind kreativ.
20:42:36ModeratorFrage von bamo: Bei unserer Tochter, 10,5 Jahre, ist im Sommer 2006 ADHS durch Tests in der psychologischen Beratungsstelle festgestellt worden. Sie erhält eine Förderung für Lesen, Schreiben, Rechnen und Konzentration. Der Berater sagte, dass diese etwa zwei Jahre andauern wird und unsere Tochter ihre Defizite dann aufgeholt hat. Hat sie dann kein ADHS mehr?
20:43:25Dr_SkrodzkiWenn sie ADHS hat, hat sie es auch weiter. Die Therapie kann ihre Defizite verkleinern und helfen, mit den Problemen zurecht zu kommen.
20:43:36ModeratorFrage von Ilva: Ich komme aus Remscheid/Solingen. Welcher Arzt kann in der Nähe eine Diagnose stellen?
20:44:21Dr_SkrodzkiDas können ihnen nur die Selbsthilfegruppen in ihrer Region sagen. Auskunft über Selbsthilfegruppen finden Sie auf den entsprechenden Seiten.
20:44:35ModeratorFrage von BeaBe: Mein Sohn hat ADHS und wird medikamentös mit Medikinet retard und Strattera behandelt. Dazu kommt eine Hochbegabung. Beides zusammen bereitet ihm extreme Schwierigkeiten, weil er keine Freunde hat und nicht akzeptiert wird. Die weiterführende Schule, in die er wechseln soll, will weder ADHS noch Hochbegabung akzeptieren, was soll ich machen?
20:46:04Dr_SkrodzkiDie Schule soll ihren Sohn und seine Leistungen akzeptieren, dass er hochbegabt ist, werden sie merken und mit ADHS und seiner Behandlung müssen sie stur sein und mit den Selbsthilfegruppen und ihrem Arzt vor Ort weiter insistieren!
20:46:34ModeratorFrage von tina12: Mein Sohn , mittlerweile 20 Jahre, wurde zweimal in einer Klinik behandelt (einmal vier Monate, jetzt fünf Monate). Jedesmal mit dem Hinweis von mir wegen ADHS. Jedesmal heißt es nun, er habe kein ADHS, dies wurde neurologisch abgeklärt (ohne Informationen zu Verlauf der Kindheit, Informationen des Umfeldes etc.) Ergebnis: Er habe durch seine Leserechtschreibschwäche (LRS) Blockierungen und sei zuwenig gefördert worden. Wenn ich jedoch ADHS-Bücher-Informationen und das Leben mit ihm betrachte, so ist er mit allen Symptomen in allen Bereichen unter ADHS wiederzufinden. Wa
20:48:18Dr_SkrodzkiLeider ist bei den Erwachsenen-Neurologen ADHS noch wenig bekannt. Suchen Sie eine Klinik-Ambulanz oder einen niedergelassenen Kollegen (Psychiater), der sich damit beschäftigt. Auch hier können die Selbsthilfeverbände hilfreich sein.
20:48:24ModeratorFrage von Anne63: Mein Sohn hat in der Schule dauernd Probleme wegen seiner unleserlichen Schrift. Die Lehrer lassen Diagnose ADHS als Grund nicht gelten, weil es bei vielen Kindern mit Medikamenten deutlich besser werde, bei ihm leider nicht. Kann man sonst was tun? LRS-Kurs hat nichts gebracht.
20:49:48Dr_SkrodzkiManchmal hilft jemand, der Graphomotorik anbietet, das heißt, die Verkrampfung der Hände und Handgelenke zu verringern. Manchmal hilft nur der Computer - Antrag stellen, auf dem PC schreiben zu dürfen!
20:50:03ModeratorFrage von Claudi_35: Der Halbbruder meines Sohnes (gleicher Vater) hat ADHS. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch mein Sohn ADHS hat? Extreme Auffälligkeiten sind vorhanden und der Termin für den Test steht.
20:50:47Dr_SkrodzkiIn der Familie ist das Risiko 5x höher, wenn es schon jemanden mit ADHS gibt.
20:51:06ModeratorFrage von Bertram: Mein Sohn, 9 Jahre, erhält Medikinet bei ADHS. Die Lehrerin stellt Schwankungen in seiner Konzentration fest. Zuhause taucht er oft noch in Phantasiewelten ab. Sollen wir dies noch zulassen oder unterbinden?
20:52:06Dr_SkrodzkiDas hängt davon ab, wie gut er zurecht kommt, manchmal ist eine geringe (2,5mg) Dosiserhöhung schon von Vorteil. Besprechen Sie das bitte mit dem betreuenden Arzt.
20:52:10ModeratorFrage von helga23: Mein Sohn ist jetzt vier Jahre alt. Kann sich auch in diesem Alter schon ADHS zeigen und wohin wendet man sich zuerst, um eine Diagnose zu erhalten?
20:52:54Dr_SkrodzkiEr kann ADHS-Symptome zeigen. Bei der U 8 gezielt den Kinderarzt danach fragen.
20:53:04ModeratorFrage von speedy23: Wie hoch sind die Chancen dass es durch Medikamenten zu Anfällen kommt?
20:53:48Dr_SkrodzkiZu epileptischen Anfällen überhaupt nicht! Diese Befürchtung ist längst überholt.
20:53:58ModeratorFrage von Wichtel: Geht ADHS immer einher mit Beeinträchtigung des Lernens und des Sozialverhaltens? Unser Sohn zeigt nur im Sozialverhalten Auffälligkeiten und wird für ein ADHS-Kind gehalten. Hilft in diesem Fall überhaupt die Ritalin-Gabe?
20:55:14Dr_SkrodzkiStörungen des Sozialverhaltens sind in 50% der Fälle mit ADHS verknüpft. Methylphenidat (Ritalin) spricht auch bei den Sozialstörungen an, allerdings weniger als auf die Aufmerksamkeit und Hyperaktivität.
20:55:40ModeratorFrage von DieSorgendeMama: Mein Sohn, 3 Jahre, ist sehr aktiv und hört meist nicht auf das, was ich sage; er schlägt und tritt meist andere und ist selten bei der Sache - hat er ADS/ADHS? Oder ist es die Trotzphase? Er kann abends teilweise nicht mal abspannen, ohne das ich ihn beruhige. Manchmal verzweifele ich an ihn und weiß nicht mehr, was ich machen soll mit ihn. Können Sie mir helfen?
20:57:32Dr_SkrodzkiDa kann man nicht sagen, ob es ADHS ist. In dem Alter können die Kleinen ganz schön anstrengend sein und massiv trotzen. Zeigen sie ihm klar, was sie wollen - und was sie nicht wollen. Und lassen sie sich nie treten oder schlagen - nicht zurückschlagen, aber die Hände oder Füße energisch festhalten - bis der Anfall vorbei ist.
20:58:01ModeratorFrage von we3700: Mädchen, 18J., Hochbegabung und ADHS: Was tun, wenn Medikinet und Strattera nicht auf die Konzentrationsfähigkeit und Merkfähigkeit wirken?
20:58:25Dr_SkrodzkiIch empfehler Begleittherapie – VErg.
20:58:38ModeratorFrage von tina12: Darf man einem ADHS-ler Neuroleptika geben (Serquel, Dipiperon, Risperdal, Truxal etc.)?
20:59:40Dr_SkrodzkiWenn die Situation das nötig macht schon, aber da muss der Arzt sich genau auskennen und wissen, was diese Medikamente tun sollen.
20:59:50ModeratorFrage von adsvater: Habe gelesen, dass man ADHS auch mit gezielter Ernährung mit Fettsäuren (DHA, GLA, AA, Omega3/6) therapieren kann. Welche Erfolge sind damit zu erreichen? Ist dies durch spezielle Ernährungszusammensetzung zu erreichen (z.B. Fischöle) oder sollte man gleich entsprechende Zusatzprodukte aus der Apotheke nehmen (Omefa Plus, Addy Plus,...)? Ist zum "ausprobieren" eine 3-Monats-Kur sinnvoll oder dauert es länger, bis positive Effekte eintreten?
21:01:10Dr_SkrodzkiWenn überhaupt sind mindestens drei Monate Therapie nötig. Aus den Studien kann man bisher keine (!) Empfehlung zu dieser Nahrungsergänzung geben. Es fehlen sorgfältige und größere Studien!
21:01:23ModeratorFrage von clak: Wie ist das mit der Bundeswehr, wenn mein Sohn jahrelang mit MPH behandelt wurde?
21:01:47Dr_SkrodzkiDie Bundeswehr wird ihn aller Wahrscheinlichkeit nach ausmustern.
21:02:00ModeratorFrage von nanuk: Stimmt es, dass ADHS vererbt wird? Bei meinem Sohn (13) wurde es vor fünf Jahren diagnostiziert. Vor kurzem ließ ich mich daraufhin auch testen und es wurde bei mir ebenfalls festgestellt.
21:02:38Dr_SkrodzkiGenetische Faktoren sind bei ADHS in 80% vorhanden.
21:03:03ModeratorFrage von nanuk: Welche Unterschied besteht bei den Medikamenten Methylphenidat und Eqasim? Mein Sohn nahm früher Methylphenidat und jetzt ist er auf Eqasim umgestiegen. Er hatte zuvor Probleme beim Einschlafen.
21:04:09Dr_SkrodzkiMethylphenidat ist die Substanz - Medikinet, Equasym, Ritalin sind die Präparate verschiedener Firmen mit diesem (gleichen) Wirkstoff.
21:04:22ModeratorEs gibt eine Nachfrage zum Thema Neuroleptika:
21:04:35ModeratorFrage von tina12: Wann oder wie muss die Situation aussehen, damit die Gabe von Seroquel , allgemein Neuroleptika, gerechtfertigt ist?
21:06:36Dr_SkrodzkiNeuroleptika haben sehr viel mehr Nebenwirkungen und eventuelle Spätprobleme als MPH. Wenn eine massive Aggression unter MPH nicht besser wird, ist ein Versuch mit Risperdal eventuell sinnvoll. Dipiperon dämpft erheblich und ist manchmal bei Kindern mit geistiger Behinderung und sehr aggressivem Verhalten sinnvoll. Sonst sehr zurückhaltend sein!
21:06:53ModeratorFrage von allegra: Mein Sohn (7) mit ADHS zerschneidet seine Kleidung, knabbert Bücher und Hefte an, spitzt seine Stifte bis zum Ende an. Zur Rede gestellt, kann er es sich nicht erklären. Wie kann ich helfen?
21:08:47Dr_SkrodzkiPraktische Maßnahmen - Schere und Spitzer weg, Strukturen schaffen - aber viele dieser Marotten bleiben. Erklärungen suchen vom Kind hilft nichts. Wenn es schlimm ist, klar zeigen, dass man das nicht durchgehen lässt. Kleinigkeiten ignorieren.
21:08:58ModeratorFrage von bamo01: Bei unserer Tochter ist zwar ADHS vor einem halben Jahr festgestellt worden, doch sie hat viele soziale Kontakte, ist sehr beliebt bei den Klassenkameraden und schreibt Noten im Dreier-Bereich. Auffällig ist allein nur die Hausaufgabensituation, bei der sie besonders in Mathe lange braucht und sich im Verständnis schwer tut. Ist das ADHS-typisch? Gibt es schwere und weniger schwere Fälle von ADHS?
21:09:50Dr_SkrodzkiADHS gibt es von ganz leicht bis entsetzlich schwer. Seien sie froh, dass sie sozial eingegliedert ist und unterstützen sie das weiter.
21:10:01ModeratorFrage von Anne63: Mein Sohn ist trotz Medikamenten extrem überfordert mit Ordnung halten. Dauernd fehlen Schulunterlagen, soll man bei ADHS auch bei 14jährigem ständig hinterher sein oder müsste das nicht auch durch Medikation besser werden?
21:11:13Dr_SkrodzkiOrdnung lernt man nur durch dauerndes Üben. Sie müssen hinterher sein, aber ihn bei einzelnem auf die Nase fallen lassen - wo es ihm selbst unangenehm ist. Das nehmen die Medikamente niemandem ab.
21:11:35ModeratorFrage von 33stern: Unser Sohn ist 9 Jahre und nimmt Medikinet retard 20 mg. Er kann sich nur schwer in die Gemeinschaft einfinden und versucht es mit negativer Aufmerksamkeit, was wiederum zur Folge hat, dass er immer wieder in der Klasse aneckt. Wir machen zur Zeit eine Gruppentherapie und erhoffen uns dadurch eine Besserung. Was für Möglichkeiten gibt es noch das Sozialverhalten zu verbessern ? Welche Sportarten sind empfehlenswert? Judo hat ihm sehr viele Spaß gemacht, aber es scheitert immer noch am Durchhaltevermögen.
21:12:45Dr_SkrodzkiJudo, Karate, Kung-Fu, aber auch Reiten, Bogenschießen und der Angelverein können gute Hilfen sein zur Eingliederung. Es soll Spaß machen und nicht zuviel Leistung gefordert werden.
21:12:47ModeratorFrage von blaugelb: Ich habe, glaube ich, seit meiner Jugend (bin 45) die stille Variante von ADHS (Tagträumerei, Langsamkeit). Ich kann immer noch nicht mit Zeit umgehen, komme immer zu spät - gibt es eine Lösung? Ich bin schon erwachsen, in meiner Jugend vor 25 Jahren gab es noch kaum Beratung für Kassenpatienten.
21:13:51Dr_SkrodzkiSicher wäre es sinnvoll, sich an einen Psychiater oder Klinikambulanz zu wenden, die sich mit AD(H)S beschäftigt. Oft kann man doch noch Hilfe finden.
21:14:15ModeratorFrage von nanuk1: Als unser Sohn (13 Jahre) noch keine Medikamente bekam, beging er eine Straftat (Einbruch). Er schien sich des Ernstes der Lage nicht bewusst zu sein - zeigte nur Ärger darüber, erwischt worden zu sein. Der Arzt sagte, mit Stimulanzien würde so ein Verhalten eingedämmt.
21:15:34Dr_SkrodzkiUnter Medikamente wird die Selbstwahrnehmung und Reflektion des eigenen Tuns besser. Damit die Wahrscheinlichkeit kleiner, aus Impulsivität eine Unsinn (Straftat) zu begehen. Aber kein absoluter Schutz!
21:15:40ModeratorFrage von mutter_xy: Meinem Junge (11 Jahre) kann ich nicht beim Essen zusehen. Er verkleckert, verkrümelt, hält den Ärmel in den Teller, wirft das Messer runter etc. Ich muss unwillkürlich jedesmal schimpfen. Sollte ich das sein lassen und darüber hinwegsehen? Aber wie kann ich ihn dann zum anständigen Essen erziehen?
21:16:54Dr_SkrodzkiVersuchen einen Mittelweg zu finden: Nur das Nötigste auf dem Tisch, Kleinigkeiten übersehen. Geringes positives Loben und überhaupt bemerken.
21:16:57ModeratorFrage von Crazy3: Wir stehen vor der Entscheidung, unseren 6-jährigen ADHS-Sohn an einer privaten Schule mit 20 Kindern pro Klasse einschulen zu lassen, oder ihn auf eine staatliche Schule vor Ort zu schicken, auf die auch sein bester Freund geht (Freunde sind rar..) Was würden Sie uns empfehlen? Kleine Klassen oder vor Ort integriert sein?
21:18:11Dr_SkrodzkiWenn er mehr als diesen einen Freund in der Klasse hat - dort einschulen. Sonst, wenn die Klasse groß und der Lehrer nicht sehr streng ist, die kleine Klasse bevorzugen.
21:18:35ModeratorFrage von clak: Mein Sohn (17) sucht einen Ausbildungsplatz. Er fürchtet, nichts zu finden, wenn er wahrheitsgemäß sein ADHS angibt. Kann er das verschweigen?
21:19:55Dr_SkrodzkiWenn nicht ausdrücklich danach und nach Medikamenten gefragt ist, kann er es für sich behalten. Wenn es eine staatliche Stelle ist und er die Frage nach Medikamenten nicht wahrheitsgemäß beantwortet, kann das später ein Kündigungsgrund sein.
21:20:00ModeratorFrage von jovanni: Mein Sohn (9) hat ständig feuchte warme Hände und eine schlechte Schrift. Kann das auch mit AD(H)S zusammenhängen? Ich sehe sonst einige Symptome, aber er kann sich auch sehr lange auf etwas konzentrieren (z.B. eine Stunde Buch lesen). Der Arzt sagt, das spricht eindeutig gegen AD(H)S.
21:20:58Dr_SkrodzkiDas spricht weder für noch gegen ADHS. Wenn man zu etwas motiviert ist, kann man mit ADHS sehr lange konzentriert arbeiten/spielen/lesen.
21:21:07ModeratorFrage von Papagena: Ich war mit meinem Sohn (9 Jahre) schon zweimal beim Kinder- und Jugend-Psyichiater, weil er seit ca. vier Jahren sehr unruhig, unkonzentriert und zappelig ist. Der eine hat eine leichte Form von ADHS festgestellt, der zweite schiebt das ganze auf die familiäre Situation (geschieden, ich selbst habe eine Borderlinestörung). Es ist ein täglicher Kampf mit den Hausaufgaben, eigentlich von morgens bis abends. Weiß nicht was ich tun soll - kann es sein, dass der Junge durch meine eigene Erkrankung vorbelastet ist?
21:22:06Dr_SkrodzkiVorbelastet und vielleicht auch genetisch belastet. Wenn die Probleme groß sind, nochmals den Kinderarzt, der ihn schon länger kennt, konsultieren!
21:22:23ModeratorFrage von Mauslove1980: Mein Sohn ist 6 und hört nicht mehr richtig, was kann ich da tun?
21:23:34Dr_SkrodzkiDas Hören überprüfen lassen und probieren0 ob er nicht hört, oder nich "hin-"hört: leise „in der Küche liegt Schokolade sagen“, dann klärt sich, ob es Hören oder Hinhören ist.
21:23:52ModeratorFrage von nanuk1: Ich habe mal gehört, dass es das sogenannte pflanzliche Ritalin - die Afa-Alge - gibt. Ist sie eine Alternative oder gibt es andere Alternativen zu Medikamenten?
21:24:19Dr_SkrodzkiNein, dabei handelt es sich um "Geldverdienen"
21:24:23ModeratorFrage von LukasS: Lukas ist 17 Monate alt und testet seine Grenzen im Moment bis aufs Äußerste aus. Nun fällt mir immer mehr auf, dass andere Kinder sich auch auflehnen, dass es bei Lukas allerdings alles eine Spur extremer ist. Ist es nur sein Dickkopf, sprich Charakter, oder kann es auch schon auf ADHS deuten, obwohl er noch so klein ist?
21:25:06Dr_SkrodzkiIn diesem Alter wohl eher Dickkopf, ob das später ADHS wird, kann kein Mensch sagen.
21:25:25ModeratorFrage von Anne63: Habe wie mein Sohn auch ADHS , macht es Sinn, mit 43 Jahren noch mit Medikamenten anzufangen? Habe mein Leben zwar gut im Griff , aber es kostet mich enorme Anstrengung alles auf die Reihe zu kriegen.
21:26:39Dr_SkrodzkiWenn die Problematik tiefgreifend ist und das Leben sehr negativ verläuft, kann eine Behandlung auch in diesem Alter helfen. Allerdings werden Medikamente noch nicht von den Kassen bezahlt.
21:26:48ModeratorFrage von jupiter68: Mein Sohn kommt im Sommer in die Schule. Unsere Kinderärztin riet uns, nicht sofort etwas von seinem ADHS zu erzählen, damit die Lehrer nicht sofort gegen ihn eingestellt sind. Was meinen Sie dazu?
21:27:20Dr_SkrodzkiDa hat sie recht. Erst wenn Proble auftauchen mit den Lehrern sprechen.
21:27:22ModeratorIch reiche dann die letzte Frage durch:
21:27:31ModeratorFrage von bamo01: Bei unserer Tochter ist vor einem halben Jahr ADHS festgestellt worden. Jedoch hat sie viele soziale Kontakte, ist beliebt bei den Klassenkameraden, ist sehr harmoniebedürftig und schreibt Noten im Dreierbereich. Einzig bei den Hausaufgaben gibt es wirklich Probleme, besonders in Mathe hat sie Schwierigkeiten. Braucht hier einige Zeit und versteht die Aufgaben schlecht. Ist dies für ADHS-Kinder typisch, gibt es schwere und weniger schwere ADHS-Fälle?
21:28:40Dr_SkrodzkiJa! und manche - wie alle Kinder - haben nur in bestimmten Fächern Problem. Weiter unterstützen und froh sein über den insgesamt guten Verlauf.
21:28:47ModeratorVielen Dank Herr Dr. Skrodzki, dass Sie heute als Experte im Themenchat anwesend waren. Mögen Sie zum Abschluss ein Resümee ziehen oder gibt es etwas, dass Sie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern noch mit auf den Weg geben möchten?
21:30:24Dr_SkrodzkiGern. Neben Sie ADHS als eine Besonderheit, die neben den vielen Problemen auch ganz viele positive Eigenschaften haben. Oft sind sie das Salz in der Suppe des Lebens. Unterstützen Sie diese positiven Fähigkeiten und helfen Sie ihren Kindern/Jugendlichen, ihren besonderen Weg zu finden!
21:31:05ModeratorVielen Dank, der Themenchat ist damit beendet. Wir schicken Ihnen dann in den nächsten Tagen das Chatprotokoll...
21:31:15ModeratorFrage von Terena: Danke an Dr. Skrodzki, war sehr spannend!
21:31:24ModeratorFrage von Betina: Vielen Dank an Dr. Skrodzki!
21:31:41Dr_SkrodzkiDanke! Auch ich freue mich über Lob!
21:31:55ModeratorZum Verlassen des Chats können Sie einfach das Fenster schließen. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend. Auf Wiedersehen!
21:32:04ModeratorFrage von schmutzfuss: Vielen Dank und alles Gute für Sie Dr. Skrodzki
21:32:25Dr_SkrodzkiAuf Wiedersehen! Es hat mir auch Spaß gemacht. Alles Gute! Klaus Skrodzki
21:32:56ModeratorFrage von tina12: Herzlichen Dank, dass Sie sich Zeit genommen haben, auf unsere Fragen zu antworten.