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SPIELSUCHT - WENN COMPUTERSPIELE DAS LEBEN BESTIMMEN


Computerspielsucht

Computerspiele sind heute fester Bestandteil der Alltagskultur von Kindern und Jugendlichen. Je nach Inhalt können sie positive wie negative Wirkungen haben. Aktuelle Studien haben ergeben, dass bis zu 10% aller Computerspieler deutliche Kennzeichen von süchtigem Verhalten aufweisen. Wie man Computerspielsucht erkennen und überwinden kann, war Thema dieses Expertenchats.


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Jannis WlachojiannisUnser Experte im Themenchat war Herr Jannis Wlachojiannis. Er ist Mitarbeiter des Café Beispiellos und dort Ansprechpartner des Projektes Lost in Space. Lost in Space ist eines der bundesweit ersten Beratungsprojekte speziell für Internet- und Computerspielsüchtige, initiiert für das Erzbistum Berlin e.V. durch den Caritasverband Berlin. Herr Wlachojiannis ist wissenschaftlich zum Themenbereich Computerspiel- und Internetsucht aktiv.

Seit Einführung der “Videospiele” in den 1970er Jahren haben sich Computerspiele (heute unter Einschluss von Onlinespielen auch als E-Games bezeichnet) zu einer der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen von Kindern und Jugendlichen entwickelt. Das inhaltliche Spektrum ist sehr breit, es reicht von spielerischen Lernprogrammen bis zu den kontrovers diskutierten „Killerspielen“.

Computerspiele können nützliche Wirkungen haben, so können sie neue Lerninhalte vermitteln, motorische Fähigkeiten wie die Auge-Hand-Koordination trainieren und Phantasie und Kreativität fördern.

Wird ihr Konsum übermäßig, machen sich jedoch bald negativen Auswirkungen bemerkbar. Diese zeigen sich kurzfristig in Konzentrations- und Leistungsschwächen, die aus dem häufig bei exzessiven Spielern anzutreffenden Schlafmangel resultieren. Solche Spieler berichten manchmal auch von „Gaming Sickness“, einer nach langem Spielen auftretenden Übelkeit. Bewegungsmangel und ungesunde Essgewohnheiten beim Spielen können zu Haltungsschäden, Übergewicht und Rückbildung der Muskulatur führen.

Wird das Abtauchen in die virtuellen Spielewelten zum unstillbaren Bedürfnis, das zunehmend den Alltag dominiert, kann eine Computerspielsucht entstehen.

Für die Computerspielsucht gibt es bis heute keine eigenständige Diagnose. Als Maßstab gelten daher Suchtkriterien, wie sie für stoffgebundene Abhängigkeiten sowie Verhaltenssüchte wie der Glücksspielsucht verwendet werden:

  • positive Auswirkung auf die Stimmung bis hin zu Euphorie bei Ausübung des Verhaltens
  • herausragender Stellenwert im Leben des Betroffenen, so dass Fühlen, Denken und Handeln davon dominiert werden
  • ein unwiderstehlicher Wunsch nach Ausübung (Craving)
  • Entzugssymptome und Rückfallneigung bei dem Versuch zu pausieren (Abstinenzunfähigkeit)
  • Kontrollverlust, sobald mit dem Konsumverhalten begonnen wird
  • fortgesetztes Problemverhalten trotz zwischenmenschlicher Konflikte
  • Rückzug aus gewohnten Lebensbereichen

Bei kaum einer Sucht ist die Dunkelziffer so hoch wie bei der Computerspielsucht, nur ein kleiner Teil der Betroffenen wird überhaupt professionell behandelt. Wichtige medizinische Erkenntnisse lieferte eine 2005 von der Interdisziplinären Suchtforschungsgruppe der Charité Berlin (ISFB) durchgeführte Studie, in der u.a. Hirnaktivitäten zwischen mäßigen und exzessiven Computerspielnutzern verglichen wurden. Dabei konnte aufgezeigt werden, dass die Hirnströme der Intensivspieler ähnliche Muster aufwiesen, wie sie z.B. bei Alkoholabhängigkeit typisch sind.

Welche Warnzeichen einer möglichen Computerspielsucht man beachten sollte und wie Betroffenen heute geholfen werden kann, ist Thema dieses Expertenchats.

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